{"id":1001,"date":"2020-05-04T16:21:20","date_gmt":"2020-05-04T14:21:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/?p=1001"},"modified":"2022-03-22T11:48:30","modified_gmt":"2022-03-22T10:48:30","slug":"das-projekt-silk-road-fashion-road","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/das-projekt-silk-road-fashion-road\/","title":{"rendered":"Das Projekt &#8222;Silk Road Fashion&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>ist ein Forschungsprojekt der Au\u00dfenstelle Peking der Eurasien-Abteilung des Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts im Verbund mit zahlreichen Institutionen weltweit. Im Zentrum der Forschung stehen Kleidung und Ausstattungen vor 3000 bis 1000 Jahren in Ostasien. Von 2013 bis 2016 wurde das Projekt vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung im Rahmen der Ausschreibung \u201eSprache der Objekte \u2013 Materielle Kultur im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen\u201c gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\" \/>\n\n\n<h2><strong>Aktuell: Ausstellung in Chemnitz<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/weltpremiere-nachbildung-der-aeltesten-hose-der-welt-zur-ausstellung-im-smac-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arch\u00e4ologische Textilforschung \u2013 3000 Jahre alte Kunst und Techniken in Chemnitz zu sehen<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/weltpremiere-nachbildung-der-aeltesten-hose-der-welt-zur-ausstellung-im-smac\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weltpremiere &#8211; Nachbildung der \u00e4ltesten Hose der Welt zur Ausstellung im smac<\/a><\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p>Wer einmal in Museen Westchinas die vor Jahrtausenden verstorbenen Bewohner des Tarim-Beckens gesehen hat, vergisst sie nicht mehr. Extreme Trockenheit bewahrte sie und ihre Habe vor Verwesung und Verlust.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone size-medium wp-image-936\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"205\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Landschaft3-800x205.jpg\" alt=\"Fundplatz Yanghai, Turfan, Autonome Region der Uiguren Xinjiang, VR China (Foto: M. Wagner)\" class=\"wp-image-936\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Landschaft3-800x205.jpg 800w, https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Landschaft3-768x197.jpg 768w, https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Landschaft3-1536x393.jpg 1536w, https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Landschaft3-2048x524.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Fundplatz Yanghai, Turfan, Autonome Region der Uiguren Xinjiang, VR China (Foto: M. Wagner)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Beabsichtigt war die Mumifizierung nicht, deshalb waren sie weder einbalsamiert, noch mit Bandagen umwickelt oder in T\u00fccher geschn\u00fcrt wie in \u00c4gypten. Die Trauergemeinde hatte sie eingekleidet und frisch frisiert zur letzten Ruhe gebettet und mit Dingen versehen ins Grab gelegt, die uns heute noch n\u00fctzlich und wertvoll vorkommen. Je genauer wir die Eigenschaften und Wirkungen der Dinge analysieren, desto besser k\u00f6nnen wir verstehen, was sie f\u00fcr die Menschen damals bedeuteten. Auch ihre Kleidung blieb erhalten. Weil Kleider Leute machen und viele pers\u00f6nliche Eigenheiten zeigen, ist der Eindruck besonders stark, hier den Leuten aus einer l\u00e4ngst vergangenen Zeit wirklich zu begegnen. Es scheint, als brauchte man sie nur zu wecken.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-988 size-medium\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"623\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/M21_beide_M\u00e4nner-623x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-988\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/M21_beide_M\u00e4nner-623x600.jpg 623w, https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/M21_beide_M\u00e4nner.jpg 722w\" sizes=\"(max-width: 623px) 100vw, 623px\" \/><figcaption>Mann aus Yanghai Grab M21 und die Reproduktion seiner Kleidung (Fotos: Museum Turfan, Jan O. Evers)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Seit ihrer Entdeckung zuerst durch europ\u00e4ische Forschungsreisende vor hundert Jahren, aber vor allem seit Beginn der wissenschaftlichen Untersuchung des kulturellen Erbes in Xinjiang durch Arch\u00e4ologen der VR China bem\u00fchen sich Fachleute verschiedener Disziplinen darum, das Leben der ersten Bewohner des Tarim-Beckens mit allem Drum und Dran zu rekonstruieren. Wann und wo genau haben sie gelebt? In St\u00e4dten an den Flussl\u00e4ufen in der Ebene? In den umliegenden Bergen des Tian Shan und Kunlun Shan? In Oasen? Was haben sie gegessen? Waren sie J\u00e4ger und Sammler? Sesshafte Bauern oder Nomaden? Vielleicht H\u00e4ndler? Woher kamen sie? Wie eng bekannt waren sie mit ihren Nachbarn im Altai-Gebirge, am Gelben Fluss, im Siebenstromland, am Indus und auf dem Tibet-Plateau?<\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben nichts aufgeschrieben, keine Texte hinterlassen, in denen wir all das nachlesen k\u00f6nnten, denn sie hatten keine Schrift. Wie bei allen schriftlosen V\u00f6lkern kommt es vor allem auf die Arch\u00e4ologie in Kooperation mit anderen Disziplinen und deren technischen M\u00f6glichkeiten an, von Objekten und Spuren an Fundpl\u00e4tzen die gesuchten Informationen abzulesen und zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Silk Road Fashion\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/cKYHtTRmQLY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Interview mit Projektleiterin Prof. Dr. Mayke Wagner, 2019<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kleidungsproduktion in Ostasien und angrenzenden Regionen mit ihren verschiedenen Aspekten: Klima, Ressourcen und Technologien im Wandel von zweitausend Jahren ist Gegenstand dieses Projekts. Hauptziel ist die Erschlie\u00dfung von Technikwissen durch Reverse Engineering, d.h. Auswertung und \u00dcberpr\u00fcfung der erhobenen Messdaten von arch\u00e4ologischen Kleidungsfunden in Xinjiang durch 1:1 Rekonstruktion der Originale. Vor allem interessieren uns die Techniken der textilen Fl\u00e4chenkonstruktion, Verf\u00fcgbarkeit und Auswahl von Rohmaterial sowie die Prozesse der Weitergabe von Wissen und Produkten. Als Ergebnis streben wir die Rekonstruktion vollst\u00e4ndiger Ausstattungen einzelner Personen an, um in Tragetests die Funktionalit\u00e4t von Kleidung am K\u00f6rper in Bewegung und ihre \u00e4sthetische Gesamtwirkung zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone size-medium wp-image-943\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"225\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Scheren-der-Wolle-800x225.png\" alt=\"Scheren der Wolle und Spinnen des Garns f\u00fcr die Reproduktion der Hose aus Yanghai Grab M21 (Fotos: D. Hosner, D. Schuster; links: Schafz\u00fcchterin Katja Behling, Skuddenhof Weseram, rechts: Dendrochronologe Dr. U. 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Heu\u00dfner)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone size-medium wp-image-937\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"224\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Weben-Zusammenn\u00e4hen-800x224.png\" alt=\"Weben der drei Teile der Hose und Zusammenn\u00e4hen f\u00fcr die Reproduktion der Hose aus Yanghai Grab M21 (Foto links: D. Schuster, rechts: Standfoto aus Animationsfilm: A. Osorno; Textildesignerin: M. Hallgren-Brekenkamp, Schnittrekonstruktion: Dr. U. Beck)\" class=\"wp-image-937\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Weben-Zusammenn\u00e4hen-800x224.png 800w, https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Weben-Zusammenn\u00e4hen-768x215.png 768w, https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Weben-Zusammenn\u00e4hen-1536x430.png 1536w, https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/Weben-Zusammenn\u00e4hen-2048x574.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Weben der drei Teile der Hose und Zusammenn\u00e4hen f\u00fcr die Reproduktion der Hose aus Yanghai Grab M21 (Foto links: D. Schuster, rechts: Standbild aus Animationsfilm: A. Osorno; Textildesignerin: M. Hallgren-Brekenkamp, Schnittrekonstruktion: Dr. U. Beck)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kooperationspartner:<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Naturwissenschaftliches Referat der Zentrale des DAI, Chinesische Akademie f\u00fcr Kulturerbe, Museum der Autonomen Region der Uiguren Xinjiang, Museen Turfan und Hami, Museum der Autonomen Region der Mongolen Innere Mongolei, Palastmuseum Peking, Museum of Ethnic Costumes \u2013 Beijing Institute of Fashion Technology, Arch\u00e4ologisches Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften (I. Elkina, A. Pakhunov), Eremitage Sankt Petersburg (S. Pankova), Nibutani Ainu Culture Museum, Japan, Freie Universit\u00e4t Berlin, Institut f\u00fcr Geologi\u00adsche Wissenschaften (P. Tarasov), University of Nottingham Ningbo, VR China (T. Long) , Poznan Radiocarbon Laboratory (T. Goslar). <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ergebnisse der ersten Projektphase finden Sie hier:<\/strong> <\/p>\n\n\n<p>Blogbeitrag: <br data-rich-text-line-break=\"true\">(Teil 1) Silk Road Fashion: Kommunikation durch Kleidung des 1. Jahrtausends v. Chr. in Ostzentralasien <a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/das-projekt-silk-road-fashion-teil-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Erste Projektphase mit F\u00f6rderung durch das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung 2013-2016<\/a> <br data-rich-text-line-break=\"true\"><br data-rich-text-line-break=\"true\">Blogbeitrag: Textile Kunst &#8211; Textiles Wissen: <a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/06\/ACEA7_Wagner_Hallgren_Elkina_\u0422arasov.pdf\">Konferenzbeitr\u00e4ge<\/a><br data-rich-text-line-break=\"true\">Blogbeitrag: <a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/bridging-eurasia\/425-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Erfindung der Hose<\/a> <br data-rich-text-line-break=\"true\">Podcast StoryQuarks Folge 11 &#8211; <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/audio\/quarks-story\/audio-folge----hosen-machen-leute-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hosen machen Leute<\/a> <br data-rich-text-line-break=\"true\">Link zum Interview mit dem <a href=\"https:\/\/kinder.wdr.de\/radio\/kiraka\/hoeren\/entdecken\/Die-aelteste-Hose-der-Welt-118.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kinderradiokanal (KiRaKa) des WDR<\/a><br data-rich-text-line-break=\"true\">Link zum Film-Trailer <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YJJNOmQ1Fvs&amp;list=PLq4Pz4R7ts0VzRpW6Ym8OaSp3LQn95mHC&amp;index=4&amp;t=0s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&#8222;Die Erfindung der Hose&#8220;<\/a><\/p>\n\n\n<p><strong>AUTORINNEN<\/strong><br>Mayke Wagner und Moa Hallgren-Brekenkamp<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Blogmaster: Pascal Olschewski<\/h6>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ist ein Forschungsprojekt der Au\u00dfenstelle Peking der Eurasien-Abteilung des Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts im Verbund mit zahlreichen Institutionen weltweit. 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