{"id":610,"date":"2020-10-15T09:36:02","date_gmt":"2020-10-15T07:36:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/?p=610"},"modified":"2020-11-16T14:26:34","modified_gmt":"2020-11-16T13:26:34","slug":"150-jahre-hans-dragendorff-gruendungsdirektor-der-rgk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/2020\/10\/15\/150-jahre-hans-dragendorff-gruendungsdirektor-der-rgk\/","title":{"rendered":"150 Jahre Hans Dragendorff \u2013 Gr\u00fcndungsdirektor der RGK"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-dark-gray-color has-text-color has-medium-font-size\">Von Kerstin Hofmann, Sandra Schr\u00f6er, Katja R\u00f6sler<\/p>\n\n\n\n<p>Heute w\u00e4re Hans Dragendorff 150 Jahre alt geworden. Ein Anlass f\u00fcr die R\u00f6misch-Germanische Kommission (RGK) auf das Leben und Wirken ihres Gr\u00fcndungsdirektors zur\u00fcckzublicken. Neben der Ausrichtung eines \u2013 aus aktuellen Anlass virtuellen \u2013 <a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/11\/Programm_Dragendorff-FINAL_11_16.pdf\">Symposiums am 26.\/27. November 2020<\/a> erscheinen ein <a href=\"https:\/\/youtu.be\/HVqYCWn76Uo\">Video<\/a> und eine <a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/11\/Dragendorff_Digital_10_11_20.pdf\">Brosch\u00fcre<\/a> zu Hans Dragendorff. Auf <a href=\"https:\/\/sempub.ub.uni-heidelberg.de\/propylaeum_vitae\/de\/wisski\/navigate\/2942\/view\">Propylaeum-VITAE<\/a> sind ferner zahlreiche Informationen zu ihm und seinem Netzwerk hinterlegt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-default\" \/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Hans Dragendorff \u2013 Leben und Wirken<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/RGB_82_HOCH-107_Dragendorff-mit-Unterschrift-1-603x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-613\" \/><figcaption>Abb. 1: Portr\u00e4t von Hans Dragendorff mit seiner Unterschrift &#8211; Archiv RGK<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>\u201e<em>Die Nachwelt, die leicht nach der F\u00fclle bedruckten Papiers den Forscher einsch\u00e4tzt, wird mir einmal keine Kr\u00e4nze flechten.<\/em>\u201c schrieb Hans Dragendorff kurz vor seinem Tod, auf sein Lebenswerk zur\u00fcckblickend in einem Brief an seinen Kollegen Hans Zeiss (1895\u20131944). Heute wird der Name Dragendorff \u2013 im Gegensatz zu seiner eigenen Einsch\u00e4tzung in diesem Zitat \u2013 oft mit einer 1895 publizierten Studie zu Terra Sigillata-Gef\u00e4\u00dfen verbunden, denn durch diese vielzitierte und genutzte Arbeit erschloss er diese Keramikgattung als wichtige arch\u00e4ologische Quelle. Weit weniger bekannt ist Hans Dragendorff als Wissenschaftsorganisator, Vermittler und Nachwuchsf\u00f6rderer, obwohl er die Entwicklung der arch\u00e4ologischen Forschung in Deutschland in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jhs. ma\u00dfgeblich pr\u00e4gte.<\/p>\n\n\n\n<p>Hans Dragendorff wurde am 15. Oktober 1870 in Dorpat (heute Tartu, Estland) als Sohn des Pharmazeuten Georg Dragendorff geboren und starb am 29. Januar 1941 in Freiburg im Breisgau. Er studierte in Dorpat, Berlin und dann Bonn unter anderem bei Georg Loeschke, wo er 1894 mit einer Dissertation zu r\u00f6mischer Keramik (\u201eDe vasculis Romanorum rubris capita selecta\u201c) promoviert wurde. 1896 in deutscher Fassung in den Bonner Jahrb\u00fcchern abgedruckt, ist diese Arbeit bis heute ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Benennung und Klassifikation r\u00f6mischer Terra Sigillata.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Dragendorff wurde gleich zweimal mit dem Reisestipendium des Kaiserlich Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts ausgezeichnet. So konnte er zwischen den Jahren 1895 und 1897 \u00c4gypten, S\u00fcdrussland, Italien und Griechenland erkunden. Mit nur 28 Jahren wurde er 1898 au\u00dferordentlicher Professor f\u00fcr Klassische Arch\u00e4ologie an der Universit\u00e4t Basel. Mit Gr\u00fcndung der R\u00f6misch-Germanischen Kommission 1901\/1902 zog er nach Frankfurt am Main, um eine Position als ihr erster Direktor aufzunehmen. In diesem Jahr wurde er auch ordentliches Mitglied des heutigen Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts, dem er von 1911 bis 1922 in Berlin als Generalsekret\u00e4r vorstand. Von 1922 bis 1936 war er Professor an der Universit\u00e4t Freiburg. Nach Kriegsausbruch \u00fcbernahm er von 1940 bis zu seinem Tod 1941 erneut die Leitung der R\u00f6misch-Germanischen Kommission in Frankfurt am Main, diesmal kommissarisch.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-2 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Als Gr\u00fcndungsdirektor der RGK hatte Dragendorff die gro\u00dfe Aufgabe, die lokalen und regionalen Forschungen der Museen sowie der Altertums- und Heimatvereine zu vernetzen, ohne deren Interessen zu verletzen. Mit seinem von Zeitgenossen beschriebenen zur\u00fcckhaltenden, vermittelnden und hilfsbereiten Wesen gelang es ihm, verschiedensten Institutionen und Personen zusammenzubringen und damit die oft kleinr\u00e4umige und nicht selten regional zersplitterte arch\u00e4ologische Forschung gro\u00dfr\u00e4umig zu vernetzen. Die RGK stellte sich dabei anfangs vor allem als forschungsf\u00f6rdernde Institution dar, die weniger eigene Projekte leitete, als vielmehr Vorhaben lokaler Vereine und Museen finanziell unterst\u00fctzte.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"832\" height=\"916\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/Karte-Projekte-in-D.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-617\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/Karte-Projekte-in-D.jpg 832w, https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/Karte-Projekte-in-D-545x600.jpg 545w, https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/Karte-Projekte-in-D-363x400.jpg 363w, https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/Karte-Projekte-in-D-768x846.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 832px) 100vw, 832px\" \/><figcaption>Abb. 2: Zwischen 1900 und 1911 von der RGK gef\u00f6rderte Projekte. Eine Aufschl\u00fcsselung der Orte findet sich in der Brosch\u00fcre (s. link unten) &#8211; Grafik RGK-Schr\u00f6er, Datengrundlage: srtm; Geofabrik GmbH and OpenStreetMap Contributors<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-3 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"567\" height=\"737\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/1904_Dragendorff-u-Koepp.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-616\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/1904_Dragendorff-u-Koepp.jpg 567w, https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/1904_Dragendorff-u-Koepp-462x600.jpg 462w, https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/1904_Dragendorff-u-Koepp-308x400.jpg 308w\" sizes=\"(max-width: 567px) 100vw, 567px\" \/><figcaption>Abb. 3: F. Koepp,  H. Dragendorff und ein Spitzgraben in Haltern &#8211; Archiv RGK.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>In den ersten Jahren seines Amtes arbeitete Hans Dragendorff ohne Mitarbeiter oder Assistenten von seiner Frankfurter Privatwohnung aus. Seine Aufgaben bestanden gr\u00f6\u00dftenteils darin, in Vortr\u00e4gen f\u00fcr die RGK als \u00fcberregionale Institution zu werben, die Arbeiten am R\u00f6merlager in Haltern voranzubringen und, nach dem Tod Felix Hettners (1851\u20131902), die Ausgrabungen in Trier zu beaufsichtigen. Nachdem die Kommission durch die Ernennung ihrer Mitglieder 1904 ihre Arbeit in vollem Umfang aufnehmen konnte, wurden unter der Leitung Hans Dragendorffs in besonderem Ma\u00dfe die Erforschung pr\u00e4historischer Wallanlagen sowie die Untersuchung augusteischer Milit\u00e4rlager in der Wetterau und ganz besonders im Lippegebiet gef\u00f6rdert. Durch seine intensiven Kontakte zu ausl\u00e4ndischen Wissenschaftlern, besonders in den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz und \u00d6sterreich, stellte er die RGK auch international auf. 1904 rief Hans Dragendorff den \u201eBericht der R\u00f6misch-Germanischen Kommission\u201c ins Leben, ein neues Publikationsorgans mit dem Zweck, \u00fcber die Arbeiten der Kommission zu berichten, einen \u00dcberblick \u00fcber neue Literatur und die wichtigsten Funde des Jahres zu geben und den Stand der Forschungen zu aktuellen Fragen der Vor- und Fr\u00fchgeschichte in Deutschland und den Nachbarl\u00e4ndern zu erl\u00e4utern.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Nach seiner Berufung zum Generalsekret\u00e4r des Kaiserlich Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts im Jahr 1911 wurde Dragendorff immer mehr zum Wissenschaftsorganisator. Er f\u00fchrte das Institut erfolgreich durch die schwere Zeit des Ersten Weltkriegs, als die Abteilungen Athen und Rom um ihre Existenz zu k\u00e4mpfen hatten. Nach Kriegsende setzte er sich in langwierigen Verhandlungen erfolgreich f\u00fcr den Erhalt dieser Abteilungen ein. Seine aktive Zeit am Deutschen Arch\u00e4ologischen Institut endete vorerst 1922, als er einem Ruf an die Universit\u00e4t Freiburg auf den Lehrstuhl f\u00fcr Klassische Arch\u00e4ologie folgte, wo er unter anderem als Rektor und Dekan wirkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dragendorff stand der RGK und dem Deutschen Arch\u00e4ologischen Institut immer wieder mit Rat und Tat zur Seite. So beriet er die ihm nachfolgenden Direktoren, wirkte als Vermittler in schwierigen Verhandlungen, unterst\u00fctzte die RGK bei Forschungskooperationen, gab Ratschl\u00e4ge und Einsch\u00e4tzungen zu Publikationsvorhaben, Grabungsprojekten und Personalia.<\/p>\n\n\n\n<p>Hans Dragendorff pr\u00e4gte ma\u00dfgeblich die Ausrichtung der RGK und der vor- und fr\u00fchgeschichtlichen Forschung im Deutschland des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts. Am 15. Oktober 2020 feiern wir seinen 150. Geburtstag.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Neuzugang im Archiv der RGK: Nachlass Dragendorff<\/h4>\n\n\n\n<p>Im Sommer dieses Jahres hat der Enkel Hans Dragendorffs, <a href=\"http:\/\/juergenschwalm.blogspot.com\/\">J\u00fcrgen Schwalm<\/a>, dem Archiv der RGK eine umfangreiche, sehr gut sortierte und dokumentierte Sammlung von Briefen, Fotografien, Urkunden, und Publikationen seines Gro\u00dfvaters \u00fcberlassen. Die Sammlung wurde zum Teil von der Tochter Dragendorffs begonnen und enth\u00e4lt neben Originaldokumenten und biografischen Informationen zu Hans Dragendorff auch Archivalien und Zusammenstellungen zu seinem Vater, dem Pharmazeuten Georg Dragendorff sowie die Ergebnisse genealogischer Forschungen zur Familie Dragendorff. Die Unterlagen sind angereichert mit Zusatzinformationen \u2013 seien es pers\u00f6nliche Kommentare oder Sekund\u00e4rquellen \u2013 zu Orten und Personen, die im Umfeld der Familie Dragendorff eine Rolle gespielt haben. Die Dokumente beinhalten zahlreiche neue Informationen \u00fcber Hans Dragendorff, die die zuk\u00fcnftigen wissenschschaftsgeschichtlichen und biographischen Forschungen zu seiner Person bereichern werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Propylaeum-VITAE: Vernetzte Akteure der Arch\u00e4ologie<\/h4>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen zu und \u00fcber Hans Dragendorff und seine Kolleg*innen enth\u00e4lt das neue biographische Informationssystem <a href=\"https:\/\/sempub.ub.uni-heidelberg.de\/propylaeum_vitae\/de\">Propylaeum-VITAE<\/a>. Hier gibt es Daten zu Personen, die durch ihre Leistungen in der Arch\u00e4ologie und in den Altertumswissenschaften hervorgetreten sind. Im Unterschied zu gedruckten biographischen Lexika ist Propylaeum-VITAE dynamisch gestaltet und wird online kontinuierlich fortgeschrieben. Auch die Signaturen von Archivalien sind hier verlinkt, sodass \u00fcber das Informationssystem eine Recherche zum Archivbestand mehrerer Institutionen erm\u00f6glicht wird. In der Open-Access-Datenbank werden die Akteure der Wissenschaft vorgestellt und ihre Netzwerke abgebildet. Vielf\u00e4ltige nationale und internationale Beziehungen k\u00f6nnen \u00fcber gemeinsame Forschungsthemen, Arbeitsgebiete und Wissenschaftst\u00e4tigkeit sichtbar gemacht werden. So gelangt man, z.B. von der Biographie Hans Dragendorffs per Knopfdruck direkt zu seinen Lehrern und Kollegen Georg Loeschke, Heinrich Nissen und Theodor Wiegand.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Forschungsdatenmanagement: Dragendorffs Typen gehen online<\/h4>\n\n\n\n<p>Das wissenschaftliche Werk Hans Dragendorffs ist immer noch international relevant. F\u00fcr seine Doktorarbeit zur Geschichte der Terra Sigillata bereiste er viele L\u00e4nder Europas und trug Gef\u00e4\u00dfformen aller ihm bekannten Produktionsst\u00e4tten zusammen. Bis dahin gab es nur Einzelstudien zu den Gef\u00e4\u00dfformen in einer bestimmten Region oder Produktionsst\u00e4tte. Er ordnete die Gef\u00e4\u00dfe, schuf \u00dcbersichtstafeln und gab den verschiedenen Formen Nummern. Noch heute benutzen wir diese Nummern und stellen ihnen seinen Namen in verk\u00fcrzter oder auch ausgeschriebener Form voran: Drag.\/Dragendorff 37. Wir verwenden diese Bezeichnungen f\u00fcr Terra Sigillata-Gef\u00e4\u00dfe bei der Ansprache von Funden, sowohl in Publikationen als auch in digitalen Objektsammlungen.<\/p>\n\n\n\n<p>So bringen auch j\u00fcngere Klassifikationen von Terra Sigillata-Gef\u00e4\u00dfen, wie etwa der <a href=\"https:\/\/zenon.dainst.org\/Record\/000255878\">Conspectus Formarum Terrae Sigillatae Italico Modo Confectae<\/a><em> <\/em>(Bonn 1990), in einer Konkordanz die eigenen Formen mit den von Dragendorff definierten Typen in Zusammenhang. An der RGK wird derzeit an einer online-Datenbank zu der Publikation des Conspectus gearbeitet. Darin werden seine Daten mit den entsprechenden Dragendorff-Formen verlinkt um einen schnelleren \u00dcberblick \u00fcber die Formenbezeichnungen zu erm\u00f6glichen (zu weiteren Information \u00fcber dieses Projekt wird am Freitag, den 16.10.2020, ein Vortag auf der Tagung Archeo.FOSS XIV 2020 stattfinden, der \u00fcber diesen Link \u00f6ffentlich angesehen werden kann: <a href=\"https:\/\/2020.archeofoss.org\/programme\">https:\/\/2020.archeofoss.org\/programme<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"732\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/PAS-1024x732.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-615\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/PAS-1024x732.png 1024w, https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/PAS-800x572.png 800w, https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/PAS-559x400.png 559w, https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/PAS-768x549.png 768w, https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/10\/PAS.png 1387w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Abb. 4: Terra Sigillata Scherben von Gef\u00e4ssen der Typen Dragendorff 33 und 37 im britischen Portable Antiquities Scheme &#8211; https:\/\/finds.org.uk\/ aufgerufen am 13.10.2020.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ferner dienen die Bezeichnungen der Terra Sigillata-Gef\u00e4\u00dfe durch Dragendorff bereits in verschiedenen Webportalen, wie etwa dem britischen Portable Antiquities Scheme, auf dem vor allem Lesefunde registriert werden k\u00f6nnen. Abbildung 4 zeigt beispielsweise zwei Datens\u00e4tze von Scherben von Gef\u00e4\u00dfen der Form Dragendorff 33 und 37. Somit schuf Dragendorff, ohne es zu ahnen, ideale Bezeichnungen f\u00fcr die Objektansprache, die sich bis heute bew\u00e4hren und auch in der digitalen Welt als Normdaten Bestand haben werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Dragendorff-Jubil\u00e4um: vielf\u00e4ltig pr\u00e4sent ohne physische Pr\u00e4senz<\/h4>\n\n\n\n<p>Nicht ein fehlendes Institutsgeb\u00e4ude, wie damals bei Hans Dragendorff, sondern die Covid-19-Pandemie zwingt viele von uns derzeit in das Homeoffice und macht die bei Jubil\u00e4en besonders wichtigen Pr\u00e4senzveranstaltungen nahezu unm\u00f6glich. Wir haben uns daher gleich mehrere digitale Formate \u00fcberlegt, um sich \u00fcber das Leben und Wirken Hans Dragendorffs auszutauschen:<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Symposium<\/h5>\n\n\n\n<p>Urspr\u00fcnglich hatten wir ein Symposium zum 150. Geburtstag Hans Dragendorffs in der RGK geplant, das wir aufgrund der w\u00e4hrend seines Geburtstags stattfindenden Frankfurter Buchmesse und der daraus resultierenden ausgebuchten Hotels in und um Frankfurt vorsorglich auf den <strong>26.\/27 November 2020<\/strong> verlegt hatten. <a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/11\/Programm_Dragendorff-FINAL_11_16.pdf\">Es wird nun digital als Webinar an diesen beiden Tagen stattfinden<\/a>. Wir freuen uns, dass wir alle Referent*innen auch f\u00fcr dieses Format gewinnen konnten und so nun von Madrid \u00fcber Gro\u00dfbritannien und Deutschland bis in die Schweiz Vortragende virtuell begr\u00fc\u00dfen d\u00fcrfen. Die Veranstaltung ist offen f\u00fcr Besucher! Bei Interesse an Forschungs- und Wissenschaftsgeschichte zu Hans Dragendorff, Wissenschaftlernetzwerken des fr\u00fchen 20. Jhs., der Fundgattung Terra Sigillata und zu aktuellen Themen wie Digitalisierung und Forschungsdatenmanagement haben, bitten wir um <strong>Anmeldung <\/strong>unter <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/zoom.us\/webinar\/register\/WN_AJvc8iKkRvqvy6RcBXIFqw\" target=\"_blank\">https:\/\/zoom.us\/webinar\/register\/WN_AJvc8iKkRvqvy6RcBXIFqw<\/a>, damit Sie dann den notwendigen Videokonferenzzugang erhalten.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Brosch\u00fcre<\/h5>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich des 150. Geburtstages Hans Dragendorffs haben wir eine Brosch\u00fcre \u00fcber sein wissenschaftliches Leben und Wirken zusammengestellt, in die auch einige bislang unbekannte Fotografien und Dokumente aus dem Vorlass seines Enkels eingeflossen sind. <a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/11\/Dragendorff_Digital_10_11_20.pdf\">Die Brosch\u00fcre ist ab heute als PDF abrufbar<\/a>, demn\u00e4chst auch in gedruckter Form erh\u00e4ltlich.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Film<\/h5>\n\n\n\n<p>Zudem haben wir einen animierten Kurzfilm, in dem das Wirken und die Forschung Hans Dragendorffs thematisiert sind, produzieren lassen. Der Film l\u00e4sst sich auf dem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/user\/dainst\/videos\">youtube-Kanal des Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts <\/a>unter folgendem Link abrufen: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/youtu.be\/HVqYCWn76Uo\" target=\"_blank\">https:\/\/youtu.be\/HVqYCWn76Uo<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/11\/Dragendorff_Digital_10_11_20.pdf\">Brosch\u00fcre &#8222;Hans Dragendorff als Forscher und Wissenschaftsorganisator&#8220;<\/a><a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/11\/Dragendorff_Digital_10_11_20.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/11\/Programm_Dragendorff-FINAL_11_16.pdf\">Programm Dragendorff-Symposium am 26.\/27.11.20<\/a><a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/crossing-borders\/wp-content\/uploads\/sites\/9\/2020\/11\/Programm_Dragendorff-FINAL_11_16.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute w\u00e4re Hans Dragendorff 150 Jahre alt geworden. 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