Projekt 4 – Die Tschadseeregion als Wegekreuz

Die Tschadseeregion als Wegekreuz: Erste Untersuchungen zu Archäologie und mündlichen Überlieferungen des frühen Kanem-Borno Reichs und dessen innerafrikanischen Verbindungen (Antragsteller Magnavita, Carlos)

Projektbeschreibung

Die Tschadseeregion war ein Wegekreuz von besonderer Bedeutung für die historischen, kulturellen und ökonomischen Entwicklungen im mittelalterlichen und nachmittelalterlichen Afrika. Die Region stellte einst (8.-19. Jh. AD) das Kerngebiet des Kanem-Borno Reichs dar, welches neben anderen Dingen vornehmlich für seine transsaharischen Verbindungen mit Nordafrika bekannt war. Diesem Forschungsantrag liegt die Arbeitshypothese zugrunde, dass jenes Gebiet im Mittelalter über seine bekannten nordafrikanischen Beziehungen hinaus noch für eine weitere innerafrikanische Handels- und Kommunikationsachse eine Schlüsselposition einnahm: die bis heute undokumentierte Ost-West Verbindung entlang des Savannengürtels zwischen dem Mittleren Niltal und Westafrika. Um dieser Frage nachzugehen, beabsichtigen die Antragsteller, die ersten Forschungen in Bezug auf die Archäologie und mündlich tradierte Geschichte von Fundstellen mit mittelalterlichen Backsteinbauten – einer von außen nach Zentral- und Westafrika eingebrachten Bautradition und -technologie – der herrschenden Elite von Kanem-Borno aus der Zeit vor 1400 AD vorzunehmen. Hauptziel der hier beantragten ersten Projektphase ist die Durchführung empirischer Grundlagenforschung zu jenen Fundstellen, um verlässliche Informationen zu erhalten, die möglicherweise auf Zeitpunkt und Richtung der auf die Region eintreffenden Fremdeinflüsse schließen lassen. Diese Daten werden letztlich als Ausgangspunkt für erste vergleichende Untersuchungen dienen, was im Rahmen einer eventuellen zweiten Projektphase zu systematischen überregionalen Studien zu anderen afrikanischen Regionen einschließlich des Mittleren Niltals sowie Nord- und Westafrikas

ausgebaut werden soll. Mitten im Zentrum des durch das SPP 2143 – Entangled Africa festgelegten geografischen Rahmens gelegen stellt das Projekt einen wichtigen geografischen als auch thematischen Schnittpunkt zu mehreren anderen Projektvorhaben mit Zeitklammer 5. bis 15. Jahrhundert AD dar. Insgesamt gehen wir davon aus, dass „Die Tschadseeregion als Wegekreuz“ beispiellose und objektive Informationen über die frühen historischen Verbindungen von Kanem-Borno liefern und somit zu einem umfassenderen Verständnis der verstrickten Vergangenheit Afrikas im Mittelalter beitragen wird.

Projektmitglieder

Antragsteller/Projektleitung

Dr. Carlos Magnavita

Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität Frankfurt
c.magnavita@em.uni-frankfurt.de

Link:
https://www.frobenius-institut.de/institut/team/65-team/

Projektleitung

Dr. Zakinet Dangbet

Université de N’Djamena, Faculté des sciences humaines et sociales

Beiträge

Kommt demnächst!

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