Projekt 6 – ‚De-Greening‘

DeGree (Hoelzmann, Philipp)

'De-Greening' - Aridisierung der zentralen Sahara: Holozäne Umweltdynamik im Tibesti Gebirge und dem Ounianga Becken, Tschad

Projektbeschreibung

Gegenwärtig teilt die Sahara als größte Trockenwüste der Welt das nördliche Afrika. Im frühen und mittleren Holozän hingegen wurden Vernetzungen durch eine ‚Grüne‘ Sahara erleichtert. Der begleitende paläoökologische Wandel impliziert Veränderung von Ressourcen und wirkt sich dadurch auch auf Subsistenz-Strategien aus. Damit sind Umweltveränderungen im Hinblick auf inner-afrikanische Beziehungen und Gesellschaft zwischen Regenwald und Mittelmeerraum während der letzten 6000 Jahre von größter Relevanz, sowohl als limitierender als auch innovativer Faktor. Wegen seiner zentralen, innerkontinentalen Lage sowie der Vielfalt an Habitaten kommt dem Tibesti Gebirge und seinem Vorland eine paläoökologische Schlüsselposition während der Aridisierung der zentralen Sahara zu. Unser Projekt konzentriert sich daher auf zwei ökologisch miteinander verbundene, aber räumlich unterschiedliche Regionen der zentralen Sahara: Dem Hochgebirge des Tibesti und dem ca. 200 km östlich vorgelagerten Ounianga-Becken mit seinen Oasen. Aus beiden Regionen liegen kontinuierliche Sediment-Sequenzen vor, die eine zeitlich hoch aufgelöste Rekonstruktion ökologischer Umbrüche erlauben und damit die Zusammenhänge zwischen Umweltänderungen und kulturellen Entwicklungen erfassen lassen. Pollenanalytische und sedimentologisch-geochemische Untersuchungen an den geschichteten Sedimenten des permanenten Grundwassersees Lake Yoa (Ounianga Becken) sowie an Paläo-Seesedimenten aus zwei Kratern des Tibesti-Gebirges liefern Multiproxy-Daten um (1) den chronologischen Rahmen für Schlüsselperioden mit überregional ausgeprägten ökologischen Umbrüchen zu bestimmen sowie ihr Ausmaß und ihre Bedeutung zu erfassen und zu datieren; (2) das

Grafik: J. Sigl; Karte © M. Schmeling.

ökologische Potenzial des Gebirges und der Oasen als natürliche Refugialräume und menschliche Rückzugsräume zu bewerten. Die Darstellung wichtiger Klimaereignisse und des damit einhergehenden paläoökolgischen Wandels im nördlichen Afrika trägt zum Grundverständnis der Wechselbeziehungen zwischen Klima, Umwelt und Gesellschaft für die zentrale Sahara bei.

Projektmitglieder

Foto: privat.
Dr. rer. nat. Philipp Hoelzmann
Antragssteller/Projektleiter

Freie Universität Berlin


philipp.hoelzmann@fu‐berlin.de 

Link:
https://www.geo.fu-berlin.de/geog/fachrichtungen/physgeog/mitarbeiter/phoelzmann/index.html
Foto: S. Walter.
Michèle Dinies M.A.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Freie Universität Berlin / DAI: Referat für Naturwissenschaften

michele.dinies@fu-berlin.de

Link:
https://www.geo.fu-berlin.de/geog/fachrichtungen/physgeog/mitarbeiter/mdinies/index.html
Foto: privat.
Lena Schimmel B. Sc.
Studentische Hilfskraft

Freie Universität Berlin


l.schimmel@fu-berlin.de
Foto: privat.
Dr. Estelle Razanatsoa
Post-Doktorandin (Chancengleichheit)

Plant Conservation Unit, University of Cape Town / Freie Universität Berlin

estellebota@gmail.com

Link:
https://orcid.org/0000-0002-7219-1411

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