{"id":116,"date":"2019-05-27T07:00:36","date_gmt":"2019-05-27T05:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/?p=116"},"modified":"2021-08-04T10:08:33","modified_gmt":"2021-08-04T08:08:33","slug":"bauoekonomie-nicht-nur-im-antiken-pergamon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/bauoekonomie-nicht-nur-im-antiken-pergamon\/","title":{"rendered":"Bau\u00f6konomie nicht nur im antiken Pergamon"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Workshop vom 10.-11. Mai 2019 an der Universit\u00e4t K\u00f6ln<\/strong><\/p>\n\n\n<p style=\"text-align: left\">Bauforscher und Arch\u00e4ologen aus dem Projekt TransPergMikro und die Arbeitsgruppe Bau\u00f6konomie um Professor Dr. M. Heinzelmann (Klassische Arch\u00e4ologie der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln) am Graduiertenkolleg 1878 \u203aArch\u00e4ologie vormoderner Wirtschaftsr\u00e4ume\u2039 sowie mehrere G\u00e4ste kamen am 10. und 11. Mai 2019 in K\u00f6ln zu einem Workshop zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, das Potential des DFG-Forschungsprojekts TransPergMikro f\u00fcr bau\u00f6konomische Fragestellungen in Auseinandersetzung mit den Arbeiten der K\u00f6lner Arbeitsgruppe und M\u00f6glichkeiten zuk\u00fcnftiger Zusammenarbeit auszuloten.<\/p>\n<p>Im Rahmen von TransPergMikro wird Bau\u00f6konomie als ein wichtiger Bestandteil des antiken Bauwesens betrachtet: Durch die Quantifizierung von Bauleistungen soll Vergleichbarkeit zwischen Bauvorhaben auch epochen\u00fcbergreifend hergestellt werden. Zugleich wird dadurch die Voraussetzung geschaffen, das Bauwesen als wesentlichen Faktor antiker Wirtschaft in geographische Untersuchungen zur antiken Landschaftsrekonstruktion einzubeziehen sowie Aussagen zur Nutzungsintensit\u00e4t nat\u00fcrlicher Ressourcen der Mikroregion zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Nach der Vorstellung des Projekts TransPergMikro und der Formulierung spezifischer Fragestellungen f\u00fcr die Mikroregion Pergamon in Bezug auf den \u00dcbergang vom hellenistischen zum r\u00f6misch-kaiserzeitlichen Bauen und der \u00f6konomischen Auswirkungen des Einsatzes sich ver\u00e4ndernder Bautechniken (F. Pirson; U. Mania, DAI Istanbul), wurden bauhistorische Forschungen am sogenannten Serapeion von Ephesos vorgestellt (Th. Schulz-Brize TU Berlin) und aus dem abgeschlossenen Forschungsprojekt \u00dcberlegungen zum Vorgehen bei der zuk\u00fcnftigen Untersuchung r\u00f6mischer Gro\u00dfbauten in Pergamon abgeleitet.<\/p>\n<p>Mit der Darstellung von Bauablauf, Bauorganisation und Bautechniken an der Roten Halle (C. Br\u00fcckener, Universit\u00e4t Aachen) wurde ein Monument angesprochen, dass in den nachfolgenden Diskussionen unter anderem aufgrund seiner Monumentalit\u00e4t und des Einsatzes au\u00dfergew\u00f6hnlicher Bautechniken immer wieder eine zentrale Rolle spielte.<\/p>\n<p>Die im vergangenen Jahr begonnenen Untersuchungen am Amphitheater Pergamons wurden vor allem im Hinblick auf die Organisation der Baustelle pr\u00e4sentiert (\u0130hsan Yenero\u011flu, TU Berlin). \u00dcberlegungen zur Konnektivit\u00e4t innerhalb der Mikroregion, ihren Transportwegen und Baustoffvorkommen (B. Ludwig, DAI Berlin\/Istanbul) wurden in der Diskussion in Bezug auf den enormen Transportaufwand unter den Bedingunngen der Antike aufgegriffen.<\/p>\n<p>Die Arbeiten der K\u00f6lner Arbeitsgruppe zur antiken Bau\u00f6konomie basieren auf einem detaillierten Datensatz zur Quantifizierung menschlicher T\u00e4tigkeiten im antiken Bauwesen (M. Heinzelmann, Universit\u00e4t zu K\u00f6ln). Dabei wird im Unterschied zu Untersuchungen, in denen Bauaufwand anhand der verbrauchten Kalorien oder des eingesetzten Geldes bemessen wird, die Arbeitszeit als Bezugsgr\u00f6\u00dfe in den Fokus genommen. Beispielhaft wurde dieses Vorgehen am sogenannten Larenheiligtum Pompejis (C. Recko, Universit\u00e4t zu K\u00f6ln) und dem C\u00e4sarforum in Rom (S. Oraschewski, Universit\u00e4t zu K\u00f6ln) demonstriert sowie an einem Betriebsmodell f\u00fcr r\u00f6mische Ziegeleien (H. Sperling, Universit\u00e4t zu K\u00f6ln).<\/p>\n<p>Eingeleitet mit der rhetorischen Frage, ob das r\u00f6mische Bauwesen als Spiegel von Wirtschaft und Gesellschaft gelten kann, wurde dessen Bedeutung f\u00fcr die kaiserzeitliche Wirtschafts- und Sozialgeschichte skizziert (D. Maschek, University of Oxford). Der Beitrag forderte dazu auf, Baustellen als M\u00f6glichkeit zu betrachten, die gesellschaftliche Relevanz des Bauens zu untersuchen und Bauten als historische Archive wahrzunehmen. Wichtig f\u00fcr ein Verst\u00e4ndnis des antiken Bauwesens sei es, die Abgrenzung von Baukunst, Architektur und Baugewerbe aufzuheben. Mit dieser Forderung wurde schlie\u00dflich ein zentraler Gedanke zur Untersuchung des Bauwesens im Rahmen von TransPergMikro getroffen.<\/p>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Diskussion wurden M\u00f6glichkeiten einer Zusammenarbeit er\u00f6rtert. Aus den pr\u00e4sentierten Fallbeispielen ergibt sich, dass vor allem auf der Grundlage bauhistorisch gut dokumentierter Fallbeispiele \u00f6konomische Studien betrieben werden sollten. Experimentalarch\u00e4ologische Untersuchungen, die von der K\u00f6lner Arbeitsgruppe durchgef\u00fchrt wurden, k\u00f6nnen unter Ausnutzung der infrastrukturellen Ausstattung der Pergamongrabung fortgesetzt und erweitert werden. Kooperationen zwischen den beteiligten Institutionen w\u00e4ren dazu geeignet, sowohl eine f\u00fcr quantifizierende Studien so wichtige einheitliche Datengrundlage zu etablieren als auch vergleichende Arbeiten zwischen Bauten Italiens und Kleinasiens durchzuf\u00fchren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Workshop vom 10.-11. 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