{"id":2650,"date":"2025-12-08T07:00:00","date_gmt":"2025-12-08T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/?p=2650"},"modified":"2025-11-26T08:16:29","modified_gmt":"2025-11-26T07:16:29","slug":"leipzig-unterwegs-in-pergamon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/leipzig-unterwegs-in-pergamon\/","title":{"rendered":"Studierende der Universit\u00e4t Leipzig unterwegs in Pergamon: Drei Perspektiven der Kampagne 2025"},"content":{"rendered":"<p>\u2013<\/p>\n<p><em>by Emma Gronwold, Luca Pech, and Berglind Hatje<\/em><\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrige Kampagne in Pergamon fand von Mitte Juli bis Mitte Oktober statt. In diesem Zeitraum waren zahlreiche Projekte aktiv \u2013 darunter Summerschools, Dissertationsvorhaben, die Bauaufnahme verschiedener Geb\u00e4ude, die Ausgrabungen auf dem Stadtberg sowie Survey-, geophysikalische und geographische Untersuchungen im Umland der antiken Stadt.<\/p>\n<p>Drei Studierende der Universit\u00e4t Leipzig berichten von ihren Erfahrungen:<\/p>\n<p>Aus der Fundbearbeitung erz\u00e4hlt <strong>Emma Gronwold<\/strong>, die als Bachelorstudentin sechs Wochen vor Ort war; von der Ausgrabung berichtet <strong>Luca Pech<\/strong>, ebenfalls Bachelorstudent, der acht Wochen als Schnittleiter t\u00e4tig war; und <strong>Berglind Hatje<\/strong>, Doktorandin im Surveyprojekt, gibt Einblicke in ihre Arbeiten im Rahmen des Projekts.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Pergamenische Keramik \u2013 Sechs Wochen in der Fundbearbeitung<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend meiner Zeit in Pergamon war ich in der Fundbearbeitung t\u00e4tig. Ziel dieser Arbeit ist es, die Keramik aus den Ausgrabungen zu dokumentieren, um anschlie\u00dfend Aussagen \u00fcber Funktion, Datierung und gegebenenfalls Herkunft treffen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"638\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_1-638x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2643 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_1-638x1024.jpg 638w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_1-187x300.jpg 187w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_1-768x1232.jpg 768w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_1-957x1536.jpg 957w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_1.jpg 997w\" sizes=\"(max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Zum Einstieg fand in den ersten zwei Wochen ein Workshop zur Fundbearbeitung statt, organisiert von Anneke Keweloh-Kaletta. Gemeinsam mit zwei t\u00fcrkischen Studierenden und Berglind erhielt ich eine Einf\u00fchrung in die Abl\u00e4ufe der Fundbearbeitung, die Bearbeitung pergamenischer Keramik, die Nutzung der Datenbank und die Archivierung. Neben dem Zeichnen von Keramik, teilweise mithilfe eines <em>laser aided profilers<\/em> (Abb. 1), standen Datierungsmerkmale, Fabrikate und Funktionen im Mittelpunkt. Auch laufende Projekte wurden vorgestellt. Der Workshop endete mit dem eigenst\u00e4ndigen Auslegen und der Dokumentation von Grabungsbefunden.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>Abb. 1 Laser aided profiler beim Scannen einer Keramikscherbe<\/sup><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<p>In den verbleibenden vier Wochen geh\u00f6rte das Auslegen und Bearbeiten der Funde einer abgeschlossenen Sondage zu meinen Hauptaufgaben (Abb. 2). Dar\u00fcber hinaus war ich an ganz unterschiedlichen T\u00e4tigkeiten beteiligt: von Umr\u00e4umarbeiten in Depots \u00fcber das Inventarisieren von Kleinfunden und die Annahme von Kisten aus der Grabung bis hin zum Zeichnen vollst\u00e4ndig erhaltener Objekte, die sp\u00e4ter an das Museum von Bergama \u00fcbergeben werden sollten. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was ich in dieser Zeit erlebt und gelernt habe.<\/p>\n<p>Auch wenn die ersten zwei Wochen mit Temperaturen von \u00fcber 40 \u00b0C eine echte Herausforderung waren, m\u00f6chte ich die Zeit in der T\u00fcrkei keinesfalls missen. Ich habe auf der Grabung in Pergamon mehr gelernt, als es in einem Seminar m\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Emma Gronwold<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_2-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2644\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_2-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_2-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_2-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_2-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_2.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Abb. 2 Das Fundmaterial wird ausgelegt und anschlie\u00dfend nach Material, Gattungen und Typen sortiert sowie dokumentiert<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Pergamongrabung 2025 \u2013 Arbeiten am Bau AE<\/h3>\n<p>Im Sommer 2025 war ich acht Wochen lang als Schnittleiter im Rahmen des von der DFG gef\u00f6rderten Projekts <a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TransPergMikro<\/a> an der Pergamongrabung des Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts in Bergama (T\u00fcrkei) t\u00e4tig. Gemeinsam mit elf t\u00fcrkischen Arbeiter:innen setzten wir die Ausgrabungen am sogenannten Bau AE fort (Abb. 3) \u2013 einem gro\u00dffl\u00e4chigen Komplex am S\u00fcdosthang des antiken Stadtbergs zwischen Gymnasion und Unterer Agora. Der Bau liegt unmittelbar oberhalb der modernen Stadt und ist Teil einer monumentalen Hangbebauung, deren Erforschung seit einigen Jahren neue Erkenntnisse zur Stadtstruktur bis in die Sp\u00e4tantike und zur Ver\u00e4nderung der Wohnkultur liefert.<\/p>\n<p>Zu Beginn der Kampagne wurde die rund 420 m\u00b2 gro\u00dfe Grabungsfl\u00e4che durch den Abtrag des Oberbodens vollst\u00e4ndig ge\u00f6ffnet. Anschlie\u00dfend legten wir sieben Sondagen an, um die komplexe Stratigraphie und Bauabfolge zu erfassen. Aufgrund der fortschreitenden Hangerosion arbeiteten wir dabei \u00fcber weite Strecken direkt innerhalb der antiken Substruktionen \u2013 ein Umstand, der die Arbeiten technisch wie logistisch anspruchsvoll machte.<\/p>\n<p>Deutlich wurde, dass Bau AE Teil eines gro\u00dfdimensionierten Hanghauses war, das in enger Beziehung zu einem unmittelbar s\u00fcdlich anschlie\u00dfenden, \u00fcberw\u00f6lbten Thermenbau steht, der in den vergangenen Jahren untersucht wurde. Die Verbindung beider Komplexe war eine der zentralen Fragestellungen der diesj\u00e4hrigen Kampagne, konnte bislang jedoch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt werden \u2013 insbesondere die Frage, ob beide Bauten gleichzeitig errichtet und genutzt wurden.<\/p>\n<p>Mindestens zwei Bauphasen lassen sich in Bau AE klar unterscheiden: eine sp\u00e4thellenistische Phase, in der die ersten Mauern direkt auf dem anstehenden Fels errichtet wurden, und eine hochkaiserzeitliche bis sp\u00e4tantike Ausbauphase, in der \u00e4ltere Strukturen in den Fundamentbereich neuer Bauteile integriert wurden \u2013 m\u00f6glicherweise im Zuge von Wiederaufbauarbeiten nach einem Erdbeben oder einer Zerst\u00f6rung. Der j\u00fcngere Ausbau zeigt sich in massiven, zweischaligen Mauern mit Ziegeldurchschuss, neuen Bodenaufbauten und zahlreichen architektonischen Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>Der freigelegte Geb\u00e4udebereich l\u00e4sst ein luxuri\u00f6ses Wohnhaus mit axial-symmetrischem Peristylhof im Grundriss erkennen. Seine Ausstattung war von hoher Qualit\u00e4t: Fragmente von Marmordekor, Reste von Wandmalerei, Spuren von Wandinkrustationen sowie Hinweise auf Mosaikfu\u00dfb\u00f6den und eine private Badeeinrichtung belegen den repr\u00e4sentativen Charakter des Baus. Damit zeichnet sich das Bild eines aufw\u00e4ndig gestalteten, mehrgeschossigen Hanghauses ab, das die architektonische Vielfalt und den gehobenen Lebensstil im r\u00f6mischen Pergamon eindrucksvoll widerspiegelt.<\/p>\n<p>Die Grabung erforderte neben klassischer Handarbeit ein hohes Ma\u00df an technischer Pr\u00e4zision. Die Vermessung mit Totalstation, die 3D-Dokumentation mittels <em>Structure-from-Motion<\/em> und die fortlaufende digitale Befundaufnahme in der Grabungsdatenbank geh\u00f6rten ebenso zum Arbeitsalltag wie das sorgf\u00e4ltige Beobachten der teils instabilen Hangschichten.<\/p>\n<p>Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen pr\u00e4gte vor allem die enge Zusammenarbeit im deutsch-t\u00fcrkischen Team den Grabungsalltag (Abb. 4). Die gemeinsame Arbeit, der Austausch \u00fcber Methoden und Funde sowie das Leben in Bergama boten einen eindrucksvollen Einblick in die Praxis gro\u00df angelegter Feldforschung \u2013 und in das reiche kulturelle Umfeld, das die Grabung seit \u00fcber einem Jahrhundert begleitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Luca Pech<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_3-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2645\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_3-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_3-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_3-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_3-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_3.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Abb. 3 Die Grabung am Stadtberg<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_4-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2646\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_4-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_4-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_4-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_4-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_4.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Abb. 4 Das Grabungsteam bei einer Besprechung<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Die Siedlungsgeschichte der Mikroregion Pergamon \u2013 Einblick in die Arbeit des Surveys<\/h3>\n<p>Nach dem Fundbearbeitungsworkshop zu Beginn der Kampagne nahm ich von August bis Mitte September acht Wochen lang an meiner dritten Surveykampagne im Umland von Pergamon teil (Abb. 5). Survey bezeichnet in der Arch\u00e4ologie die systematische Gel\u00e4ndeerkundung und Dokumentation von Oberfl\u00e4chenfunden mit dem Ziel, die Siedlungsgeschichte einer Region zu erfassen. Der Survey ist Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gef\u00f6rderten Projekts <a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TransPergMikro<\/a>. Im Rahmen dieses Projekts schreibe ich meine Dissertation zur Siedlungsgeschichte der Mikroregion Pergamon.<\/p>\n<p>Der Ablauf eines Surveys variiert von Ort zu Ort. Hinweise auf Fundstellen stammen aus Reiseberichten des 19. Jahrhunderts, aus vom Museum Bergama markierten Schutzgebieten oder aus Zufallsfunden. Am h\u00e4ufigsten erfahren wir jedoch bei einem Tee mit Dorfbewohner:innen von m\u00f6glichen Fundstellen. Das Vorgehen vor Ort ist dann meist \u00e4hnlich, wird aber stets an die landschaftlichen Bedingungen angepasst: Zun\u00e4chst erfolgt eine erste Begehung, bei der nach Keramik, Baumaterialien oder anderen Spuren menschlicher T\u00e4tigkeit gesucht wird.<\/p>\n<p>Bei gut begehbarem Terrain wird anschlie\u00dfend eine intensive Begehung durchgef\u00fchrt. Dabei stellt sich das Team in 2,5 m Abstand in einer Linie auf und dokumentiert die Oberfl\u00e4chenfunde mit Tablets. In steilem, stark bewachsenem oder anderweitig schwierigem Gel\u00e4nde erfolgt eine extensive Begehung, bei der kleinere Gruppen so viel Fl\u00e4che wie m\u00f6glich erkunden.<\/p>\n<p>Die Funde reichen von Fragmenten aufwendig dekorierter Marmorarchitektur \u00fcber Keramik, die zum Kochen, Essen und Trinken diente, bis hin zu vereinzelten Schmuckst\u00fccken. Im Grabungshaus werden sie anschlie\u00dfend in der Fundbearbeitung weiterbearbeitet. Steinfunde und Befunde \u2013 etwa Mauerreste, Felsgr\u00e4ber oder ganze Tumuli (H\u00fcgelgr\u00e4ber) \u2013 werden dagegen direkt im Feld von Vegetation befreit und dokumentiert (Abb. 6), eine Aufgabe, die ich mir mit einer Kollegin von der Universit\u00e4t K\u00f6ln teile.<\/p>\n<p>Im Feld entstehen Vermessungen, Befundfotos, <em>Structure-from-Motion<\/em>-Aufnahmen (SfM) zur Erstellung von 3D-Modellen, Zeichnungen und Beschreibungen. Das \u00dcbertragen der Felddaten in die Datenbank erfolgt anschlie\u00dfend im Grabungshaus.<\/p>\n<p>Abgesehen davon, dass eine gewisse Grundfitness Voraussetzung ist, bietet der Survey eine einzigartige Gelegenheit, ein Gef\u00fchl f\u00fcr den antiken Siedlungsraum jenseits der gro\u00dfen St\u00e4dte zu bekommen. Man bekommt eine Vorstellung davon, welche M\u00fchen Menschen in der Antike auf sich nahmen, um auf exponierten H\u00f6hen Wachposten zu errichten oder auf kleinen Plateaus H\u00e4user zu bauen und die fruchtbaren Bergh\u00e4nge f\u00fcr den Weinanbau zu nutzen.<\/p>\n<p>Zugleich lernen wir die heutige t\u00fcrkische Kultur aus einer ganz anderen Perspektive kennen \u2013 beim gemeinsamen Tee mit Dorfbewohner:innen, bei Begegnungen im Gel\u00e4nde und durch die herzliche Gastfreundschaft, die uns \u00fcberall begegnet. Das Team aus t\u00fcrkischen und deutschen Kolleg:innen arbeitet eng zusammen, und trotz der intensiven wissenschaftlichen Arbeit pr\u00e4gen Humor und Zusammenhalt den Alltag. In dieser Atmosph\u00e4re sind viele Freundschaften entstanden, die die Vorfreude auf die n\u00e4chste Kampagne umso gr\u00f6\u00dfer machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Berglind Hatje<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_5-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2648\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_5-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_5-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_5-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_5-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_5.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Abb. 5 Blick von Westen auf den Stadtberg von Pergamon<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_6-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2647\" srcset=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_6-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_6-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_6-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_6-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-content\/uploads\/sites\/10\/2025\/11\/25_11_Leipzig_Abb_6.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sup>Abb. 6 Vegetation wird von den \u00dcberresten eines Tumulus beseitigt. Im Hintergrund befindet sich der Stadtberg Pergamons<\/sup><\/figcaption><\/figure>\n\n\n<hr \/>\n<p><em>Hinweis: Dieser Beitrag ist in \u00e4hnlicher Form auch im Berichtsblatt \u201eLeipziger*innen unterwegs\u201c (Ausgabe 2, Sommer\u2013Herbst 2025) des Instituts f\u00fcr Klassische Arch\u00e4ologie der Universit\u00e4t Leipzig erschienen. <a href=\"https:\/\/www.gkr.uni-leipzig.de\/fileadmin\/Fakult%C3%A4t_GKR\/Historisches_Seminar\/Klassische_Arch%C3%A4ologie\/Berichtsblatt_2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zum Artikel<\/a>\u00a0<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der Fundbearbeitung erz\u00e4hlt Emma Gronwold, die als Bachelorstudentin sechs Wochen vor Ort war; von der Ausgrabung berichtet Luca Pech, ebenfalls Bachelorstudent, der acht Wochen als Schnittleiter t\u00e4tig war; und Berglind Hatje, Doktorandin im Surveyprojekt, gibt Einblicke in ihre Arbeiten im Rahmen des Projekts.<\/p>\n","protected":false},"author":72,"featured_media":2646,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,1],"tags":[40,25,44,39],"class_list":["post-2650","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-archaologie-eng","category-projekt-eng","tag-dfg","tag-pergamon","tag-transpergmicro","tag-transpergmikro"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2650"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/users\/72"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2650"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2650\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2660,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2650\/revisions\/2660"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2646"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2650"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2650"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2650"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}