{"id":884,"date":"2020-12-10T10:16:48","date_gmt":"2020-12-10T09:16:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/?p=884"},"modified":"2020-12-10T12:28:13","modified_gmt":"2020-12-10T11:28:13","slug":"neue-archaologische-karte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/neue-archaologische-karte\/","title":{"rendered":"Die neue digitale arch\u00e4ologische Karte Pergamons"},"content":{"rendered":"<p>Die Ver\u00f6ffentlichung der digitalen arch\u00e4ologischen Karte von Pergamon ist ein wichtiger Meilenstein in der Erforschung der antiken Metropole, da nun erstmals seit 1973 eine neue kartographische Grundlage f\u00fcr Darstellung unserer Arbeiten und Ergebnisse vorliegt <span style=\"color: #808080\">[1]<\/span>. Die Karte wird zun\u00e4chst in zwei Ausschnitten (1:2.000 und 1:5.000) vorgelegt; im kleineren Ma\u00dfstab ist ein Gebiet wiedergegeben, das vom H\u00fcgel Niyazi Tepe im Nordosten mit dem r\u00f6mischen Grabtempel bis zum extraurbane Thermalbad Kleopatra G\u00fczellik Il\u0131cas\u0131 im S\u00fcdwesten reicht. Damit ist ein wesentlich gr\u00f6\u00dferer Bereich als auf der Karte von 1973 in 1:2.500 abgedeckt, der aber nicht ganz an die \u00dcberblickskarte in 1:25.000 von Otto Berlet aus dem Jahr 1904 heranreicht <span style=\"color: #808080\">[2]<\/span>. Die neue Karte strebt an, alle bekannten arch\u00e4ologischen Baubefunde vollst\u00e4ndig darzustellen, so dass nun beispielsweise auch die Grabungen der 1930er- und 1950er-Jahre auf dem Musalla Mezarl\u0131\u011f\u0131 oder die bauvorbereitenden Grabungen des Museums Bergama der letzten f\u00fcnfzehn Jahre im Bereich der S\u00fcdnekropole mit aufgenommen sind <span style=\"color: #808080\">[3]<\/span>. Ziel war es, alle auf den Stadtberg bezogenen Monumente inklusive der Grabh\u00fcgel abzubilden, um so eine neue Grundlage f\u00fcr die gro\u00dffl\u00e4chige Beurteilung des st\u00e4dtischen Gesamtorganismus einschlie\u00dflich des suburbanen Bereichs zu schaffen. Die neue Karte zeigt in der Standardversion alle antiken Baureste, w\u00e4hrend die (\u00fcberlagernden) byzantinischen Befunde aus der ma\u00dfgeblichen Karte in 1:2.000 von 1987 und den Ausgrabungen im Bereich der Stadtgrabung in einem eigenen Layer aufgerufen werden k\u00f6nnen <span style=\"color: #808080\">[4]<\/span>. Um die Stadtanlage und ihre Bauten besser im Verh\u00e4ltnis zum Gel\u00e4nde beurteilen zu k\u00f6nnen, ist die Bebauung nachantiker Zeit ausgeblendet worden; bei Bedarf kann sie jedoch zugeschaltet werden. Gleiches gilt f\u00fcr den Kestel-Staudamm und sein Wasserreservoir. Das urspr\u00fcngliche Gel\u00e4nderelief im Bereich des sp\u00e4teren Stausees ist anhand \u00e4lterer Karten rekonstruiert worden.<\/p>\n<p>Als vollst\u00e4ndig digitales Produkt, das sich auch zur Nutzung als kartographische Oberfl\u00e4che eines Geoinformationssystems eignet, ist die neue arch\u00e4ologische Karte per se dynamisch und soll dementsprechend laufend aktualisiert werden. Eine hochaufl\u00f6send gedruckte Version der Karte soll einem der n\u00e4chsten B\u00e4nde der Reihe \u00bbAltert\u00fcmer von Pergamon\u00ab beigelegt werden.<\/p>\n<p>An der Entstehung der Karte und ihrer digitalen Derivate haben zahlreiche Kolleg*innen und Institutionen mitgewirkt, die hier nicht vollst\u00e4ndig genannt werden k\u00f6nnen. Ihnen allen gilt unser gro\u00dfer Dank! Die Koordination der Arbeiten zur Erstellung der Karte lag neben dem Verfasser in allen technischen und darstellerischen Bereichen bei Verena Stappmanns, die zugleich den gr\u00f6\u00dften Teil der zeichnerischen und gestalterischen Arbeiten \u00fcbernommen hat. Ma\u00dfgebliche Beitr\u00e4ge dazu haben auch Janet Lorentzen und \u0130hsan Yenero\u011flu geleistet. Die vermessungstechnischen und kartographischen Grundlagen der Karte sind Ulrike Klein und Studierenden der Hochschule Karlsruhe, Studierenden des KIT Karlsruhe sowie der Stadtverwaltung Bergama zu verdanken. Arch\u00e4ologisches Planmaterial verdanken wir dem Museum Bergama (s. Anm. 2). Die Aufbereitung f\u00fcr den iDAI.geoserver und das GIS oblag Bernhard Ludwig mit Unterst\u00fctzung durch Annika Skolik sowie der IT-Abteilung der Zentrale des DAI und des Arbeitsbereichs IT an der Abteilung Istanbul. Weitere Unterst\u00fctzung haben u. a. G\u00fcler Ate\u015f, Ulrich Mania, Nicole Neuenfeld, Se\u00e7il Tezer-Altay und Arne Weiser geleistet.<\/p>\n<p>Hier geht es zur Karte:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/pergamon\/pergamon-map\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/pergamon\/pergamon-map\/<\/a><\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\" \/>\n\n\n<p><span style=\"color: #808080\"><strong>1<\/strong> Der Text basiert auf dem Manuskript f\u00fcr den Vorbericht der Pergamongrabung 2019, der zur Publikation im Arch\u00e4ologischen Anzeiger 2020\/2 eingereicht ist.<\/span><br><span style=\"color: #808080\"><strong>2<\/strong> K. Nohlen \u2013 W. Radt, Kap\u0131kaya. Ein Felsheiligtum bei Pergamon. Im Anhang: Topographische Karte von Pergamon, AvP 12 (Berlin 1978). Conze u. a. 1912\u201313 Taf. 2.<\/span><br><span style=\"color: #808080\"><strong>3<\/strong> F\u00fcr die ausgezeichnete Kooperation mit dem Museum Bergama bei diesem Vorhaben geht unsere Dank an die Direktor*innen Adnan Sar\u0131o\u011flu und Nilg\u00fcn Ustura sowie an das Ministerium f\u00fcr Kultur und Tourismus der Republik T\u00fcrkei. <\/span><br><span style=\"color: #808080\"><strong>4<\/strong> K. Rheidt, Die Stadtgrabung. Die byzantinische Wohnstadt, AvP 15,2 (Berlin 1991) Beilage.<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ver\u00f6ffentlichung der digitalen arch\u00e4ologischen Karte von Pergamon ist ein wichtiger Meilenstein in der Erforschung der antiken Metropole, da nun erstmals seit 1973 eine&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":888,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,1],"tags":[],"class_list":["post-884","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-archaologie-eng","category-projekt-eng"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/884"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=884"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/884\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":919,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/884\/revisions\/919"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/media\/888"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=884"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=884"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dainst.blog\/transpergmikro\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=884"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}