Korrespondierende Mitglieder des DAI und der Winckelmann-Tag

von Kerstin Brose und Christoph Rummel

 

Am Winkelmann-Tag wird an vielen archäologischen Instituten weltweit dem Geburtstag von J.J. Winckelmann gedacht.

An vielen Abteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts – insbesondere denen mit einer starken klassisch-archäologischen Ausrichtung – werden an diesem Tag Festvorträge gehalten, oft finden auch feierliche Urkundenübergaben an die neu gewählten Korrespondierenden Mitglieder des Instituts statt.

Der Vorreiter der Archäologie in Deutschland, Johann Joachim Winckelmann. Porträt von Ch. F. Hartmann, heute im Gleimhaus Museum Halberstadt (https://nat.museum-digital.de/index.php?t=objekt&oges=861). [Attribution: Gleimhaus Halberstadt / Ulrich Schrader ; Copyright: CC BY-NC-SA]

 

Der Winckelmann-Tag

Am 9.12.1717 wurde Johann Joachim Winckelmann in Stendal geboren. Da er als einer der Begründer der Klassischen Archäologie gilt, werden daher am oder um den 9. Dezember an vielen archäologischen Institutionen weltweit sogenannte „Winckelmann-Tage“ gefeiert, oft mit Vorträgen oder kleinen wissenschaftlichen Veranstaltungen.

 

 

Korrespondierende Mitglieder des DAI

An vielen Abteilungen des Deutschen Archäologischen Institut werden anlässlich des Winckelmann – Tages neuen Korrespondierenden Mitgliedern des DAI ihre Urkunden feierlich überreicht oder diese verschickt – in Pandemiezeiten natürlich nur letzteres.

 

Als Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts forscht die Römisch-Germanische Kommission an vielzähligen Orten in unterschiedlichen Ländern. Dies wäre ohne die enge Zusammenarbeit mit Fachkolleg*innen in aller Welt unmöglich. So hat die RGK im Laufe ihres Bestehens enge Kontakte zu Wissenschaftler*innen im In- und Ausland geknüpft und mit deren Hilfe ein Netz wissenschaftlicher Verbindungen, das die ganze Welt umzieht, etabliert.

Um Kolleg*innen, die besonders enge Verbindungen zum DAI haben, unsere Wertschätzung im besonderen Maße auszudrücken – und um diese Verbindungen zu festigen – können die Abteilungen und Kommissionen Personen zur Wahl als Mitglieder des DAI vorschlagen. Es gibt Korrespondierende und Ordentliche Mitglieder sowie Ehrenmitglieder.

 

Die gängigste Form der Mitgliedschaft sind die sogenannten Korrespondierenden Mitglieder. Sie werden von den Abteilungen und Kommissionen vorgeschlagen – im Falle der RGK vom wissenschaftlichen Beirat in Abstimmung mit der Direktion. Bei der Sitzung der Zentraldirektion des DAI, die alljährlich stattfindet, werden die Korrespondierenden Mitglieder dann offiziell gewählt und von der Präsidentin ernannt.

Programm der Winckelmann-Feier 2009 an der RGK [Attribution: RGK; Copyright: RGK]
Ernennungsurkunden für Korrespondierende Mitglieder während der Vorbereitung für den Versand im Sekretariat der RGK. [Attribution: Ch. Rummel; Copyright: RGK]

Wer kann Korrespondierendes Mitglied des DAI werden?

Zu Korrespondierenden Mitgliedern werden in der Regel Personen gewählt, die sich durch besondere Leistungen auf dem Gebiet der Forschungen des Instituts – für die RGK insbesondere in der Vor- und Frühgeschichte ihres Arbeitsbereiches – verdient gemacht haben. Die Ernennung zum Korrespondierenden Mitglied gilt als besondere Anerkennung.

FĂĽr die Arbeit der RGK sind die Korrespondierenden Mitglieder unverzichtbar. Sie sind nicht nur Fachkolleg*innen im Rahmen von Forschungskooperationen im In- und Ausland, sondern auch wichtige Ansprechpartner*innen auf wissenschaftlicher, politischer und diplomatischer Ebene. Diese Rolle will und soll aber auch im Gegenzug von DAI-Seite erfĂĽllt werden: wie der Name „Korrespondierende Mitglieder“ impliziert, ist das Ziel ein gegenseitiger wissenschaftlicher Austausch und eine UnterstĂĽtzung, auch und insbesondere ĂĽber Ländergrenzen hinweg. Dies geht zurĂĽck auf den GrĂĽndungsgedanken des DAI 1829: damals hieĂź es noch „Instituto di corrispondenza archeologica“ – also Institut fĂĽr die Archäologische Korrespondenz.

Mittlerweile gibt es weltweit mehr als 8000 Korrespondierende Mitglieder des Deutschen Archäologischen Instituts. Seit Gründung der RGK 1901 wurden 944 davon von Frankfurt aus vorgeschlagen, sie stammen aus 34 Ländern von Finnland bis Malta und von Portugal bis Russland, aber auch aus den USA und Australien.

Im Jahr 2021 wurden Dr. Rob Collins (Newcastle), Prof. Dr. Jane Downes (Kirkwall), Dr. Philip Kenrick (Oxford), Prof. Dr. Louis Daniel Nebelsick (Warschau) und Dr. Ivan Radman-Livaja (Zagreb) von der Kommission der RGK als vorgeschlagen, von der ZD gewählt und von der Präsidentin zu Korrespondierenden Mitgliedern ernannt. Herzlichen Glückwunsch!