30 Jahre Internet – die RGK feiert mit

Die Welt feiert heute 30 Jahre Internet. Auch wir in Forschungsinstitutionen und wissenschaftlichen Redaktionen können uns heute ein Arbeiten ohne Internet nicht mehr vorstellen. Und dies nicht nur, weil E-Mail- und Datentransfer-Programme Kommunikation und Kooperation erleichtern. Römisch-Germanische Kommission (RGK) und Deutsches Archäologisches Institut (DAI) bauen ihre Nutzung des Internets und ihre Angebote im Internet stetig aus, z.B. mit Online-Publikationen und vernetzten Forschungsdaten.

Das Jahr 1989 war ein Jahr der politischen Umbrüche – und der Erfindung des Internets: Damals entwickelte Tim Berners-Lee, Physiker am Kernforschungszentrum CERN, nicht nur die Idee, die dortigen Computer miteinander zu vernetzen, sondern zugleich auch die Auszeichnungssprache HTML, einen Webserver und einen Browser: Diese drei Entwicklungen bilden den Grundstein für das World Wide Web (WWW).

Heute existieren mehr als 1,6 Milliarden Internetseiten. Viele davon sind kommerziell, jedoch gibt es auch eine Vielzahl wissenschaftlicher Seiten. Um diese und die Fülle an Forschungsdaten, Informationen und wissenschaftlichen Fakten besser zugänglich zu machen, gibt es z.B. Plattformen und Fachinformationsdienste. So publiziert die RGK via Propylaeum, dem Fachinformationsdienst für Altertumswissenschaften, ihre Zeitschriften Germania und Bericht der RGK. Auch einige unserer Buchreihen werden hier im Open Access zugänglich gemacht, z.B. ältere Bände der Römisch-Germanischen Forschungen (RGF).

Der Verbreitung von und Diskussion über wissenschaftliches Wissen dienen auch Buchbesprechungen. Diese machen einen großen Teil der Zeitschrift Germania aus – im letzten erschienenen Band wurden z.B. 40 Fachbücher rezensiert (erreichbar auch via recensio.antiquitatis). Künftig wollen wir diese Rezensionen auch im Early View zur Verfügung stellen. Wir werden die 1,6 Milliarden Internetseiten um ein weiteres Angebot ergänzen, in dem die gesetzten und gelayouteten Rezensionen noch vor dem Druck und der Online-Publikation des jeweiligen Germania-Bandes vorab frei abrufbar werden.

Für die Archäologie hat der digitale Systemumbruch noch sehr viel weiter reichende Konsequenzen. Über viele Forschergenerationen hinweg entstanden Grabungsaufzeichnungen in Form von Messungen, Beschreibungen, Fotos, Zeichnungen usw. Heute jedoch werden diese Primärquellen digital produziert. Das DAI ist nun auf dem Weg zu einer umfassenden digitalen Forschungsumgebung, in der alle Primärquellen nachhaltig digital gesichert und Datenbestände international vernetzt werden. Eine zentrale Rolle spielt hier das von der DFG geförderte Projekt IANUS – ein digitales Forschungsdatenzentrum für die Archäologien und Altertumswissenschaften in Deutschland entwickelt. Darüber hinaus baut das DAI die „iDAI.welt“ auf – eine vernetzte Datenwelt für die internationale Forschung und den weltweiten Kulturerhalt. Die iDAI.welt besteht aus aufeinander abgestimmten, langfristigen Einzelmodulen, orientiert an Open Access und Open Source, in denen Daten, Standards und Analyseprozesse verarbeitet werden.

Im Rahmen von internationalen Kooperationen ist das DAI ist auch an führenden internetbasierten Projekten wie Nomisma beteiligt, das stabile digitale Repräsentationen numismatischer Konzepte nach den Prinzipien von Linked Open Data zur Verfügung stellt und die Grundlage für Websites wie Online Coins of the Roman Empire (OCRE) bereit stellt.

So wird Wissen nicht nur gesichert, sondern weltweit nutzbar und vernetzt – ein echtes World Wide Web des Wissens.

Heute setzt sich Tim Berners-Lee übrigens mit seiner Web Foundation für ein Internet ohne Datenmissbrauch, Desinformationen, Hassreden und Zensur ein und hat einen offenen Brief hierzu verfasst (#Web30 #ForTheWeb). Er sieht dafür die Internet-Firmen und Regierungen, aber auch die Zivilgesellschaft in der Pflicht.

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