Gelehrtenbriefe: Korrespondenz aus den Anfängen des DAI online nachlesen

Die Basis für das 1829 gegründete Instituto di Corrispondenza Archeologica – Institut Archäologischer Korrespondenz, heute Abteilung Rom des DAI – bildete ein europaweit gespanntes Netzwerk von Mitgliedern und Korrespondenten, darunter Altertumsgelehrte, Künstler und Architekten, Sammler und Ausgräber sowie archäologisch interessierte Laien. In Briefen berichteten diese über archäologische Entdeckungen, Funde und Sammlungen und diskutierten über deren Erforschung und Publikation.

Diese namensgebende Korrespondenz des Instituto di Corrispondenza wurde im DAI Rom von Beginn an in einem gesonderten Archiv als sog. Gelehrtenbriefe systematisch abgelegt und umfasst heute 26.000 Briefe. Durch Erwerb und Schenkung gelangten auch in das 1929 gegrĂĽndete Berliner Archiv der DAI-Zentrale zahlreiche Briefe und Nachlässe namhafter Forscher. Das Archiv umfasst heute 250 kleinere und größere Nachlässe insbesondere von Archäologen und Bauforschern mit insgesamt 1.400 Briefen.  

Seit 2017 hat sich ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt ”Gelehrte, Ausgräber und Kunsthändler: Die Korrespondenz des Instituto di Corrispondenza Archeologica als Wissensquelle und Netzwerkindikator” der Digitalisierung und ErschlieĂźung dieser Gelehrtenbriefe angenommen. Ziel ist es, die Daten in die digitalen Systeme des DAI einzuspeisen sowie sie mit anderen Systemen und Normdaten zu vernetzen. Parallel entwickelt das Projektteam neue Visualisierungsanwendungen und Präsentationsformen, um das Briefnetzwerk unter verschiedenen Gesichtspunkten auswerten zu können: Wer schrieb wem wie oft, wohin gingen die meisten Briefe, gibt es chronologische Entwicklungen etc.? Ein entsprechendes Präsentationstool befindet sich bereits in der Testphase. 

Visualisierung der bisher digital erfassten Briefe

Die Korrespondenzen sind zum einen überaus wichtige Wissensquellen zur Archäologie und generell den Altertumswissenschaften des 19. bis 20. Jahrhunderts, zum anderen sind sie Zeugen des dichten Netzwerks, das sich um das Instituto gebildet hatte. In einer zweiten Projektphase ab 2020 soll ein verstärkter Fokus auf die inhaltliche Auswertung der Briefe gelegt werden.

Digitalisat eines Briefes von Emil Braun an Eduard Gerhard

Die Digitalisate sind über iDAI.objects/Arachne online zugänglich: https://arachne.dainst.org/project/gelehrtenbriefe

Mehr Informatinen zum Projekt im DAI e-Forschungsbericht 1-2019: https://publications.dainst.org/journals/efb/2175