JahresrĂĽckblick der Redaktion: Neuerscheinung der RGK 2020

Von Alexander Gramsch

Gerade halten wir druckfrisch einen neuen Band einer unserer ältesten Publikationsreihen in Händen: Band 75 der Römisch-Germanischen Forschungen (RGF): Die Herausgeberinnen Gerda v. Bülow und Sofija Petković legen unter dem Titel „Gamzigrad-Studien 1. Ergebnisse der deutsch-serbischen Forschungen im Umfeld des Palastes Romuliana“ die Ergebnisse eines langjährigen deutsch-serbischen Forschungsprojektes unter Beteiligung der Römisch-Germanischen Kommission vor. Das interdisziplinäre Forscherteam hat im UNESCO-Welterbe Felix Romuliana, eines spätantiken Palastes in Serbien, und seiner Umgebung zahlreiche Untersuchungen durchgeführt: geologische, geophysikalische und landschaftsarchäologische Erforschungen ebenso wie archäologische Ausgrabungen und detaillierte Materialanalysen. Die nun im Band RGF 75 vorliegenden Ergebnisse vertiefen unsere siedlungstopographische, siedlungshistorische und archäologische Kenntnis der Region erheblich.

Zwei weitere Bände wurden von der Redaktion der RGK im zuende gehenden Jahr 2020 publiziert: Unsere Publikationsreihe Limesforschungen erhielt Zuwachs mit dem von Daniel Burger-Völlmecke verfassten Band 31 „Mogontiacum II. Topographie und Umwehrung des römischen Legionslagers von Mainz“. Daniel Burger-Völlmecke ist ehemaliger Mitarbeiter der RGK, der mit „Mogontiacum II“ seine an der Universität Freiburg abgeschlossene Dissertation veröffentlicht. Mit diesem Band wird nach über 50 Jahren die erste umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Militärlagers vorgelegt. Die Arbeit stellt den Auftakt zu weiteren Forschungsprojekten an der Universität Freiburg zum Mainzer Legionslager dar.

Neben Büchern aus unseren etablierten Reihen sah das Jahr 2020 auch die Geburt einer neuen Publikationsreihe: Confinia et horizontes. Ziel dieser Reihe ist, die Ergebnisse wichtiger Forschungsprojekte der RGK zur Vorgeschichte (Neolithikum und Bronzezeit) zugänglich zu machen. Band 1 dieser neuen Reihe wurde von unserer Ersten Direktorin Eszter Bánffy unter dem Titel „The Environmental History of the Prehistoric Sárköz Region in Southern Hungary“ herausgegeben. Er legt aktuelle Forschungen zur Umweltgeschichte der südungarischen Sárköz-Region am Rand des zentralen Karpatenbeckens vor, die von der Donau geprägt ist. Die Beiträge geben Einblicke in die Geschichte dieser Landschaft auf der Basis von hydrologischen Daten, von Informationen aus verlandeten Gewässern und von Untersuchungen von Pflanzenresten aus Ausgrabungen zweier vorgeschichtlicher Siedlungsplätze. Im Zentrum stehen detaillierte Analysen von Grabungs- und Prospektionsergebnissen der Siedlungen von Alsónyék, Fajsz-Kovácshalom, Fajsz-Garadomb und Tolna-Mözs.