SPP Networking Meeting „Naturwissenschaften“, 18. bis 19. November 2019

Klima- und ÖkosystemĂ€nderungen, Landnutzungsmuster und Subsistenzstrategien sowie LandschaftsverĂ€nderungen werden von mehreren Projekten innerhalb des SPP untersucht.  Die Projekte greifen auf verschiedene Archive und Proxies zurĂŒck. Anthrakologie (Holzkohleanalyse), Pollenanalyse, Untersuchungen von Holzzellstrukturen (an Baumringen), Geochemie (an Seesedimenten), Fernerkundung, topographische Kartierung und Geomorphologie kommen dabei zum Einsatz. Ziel ist es, den Einfluss von Klima und Umwelt auf die Besiedlung zu rekonstruieren, als auch umgekehrt Auswirkungen des Menschen auf die Umwelt.

WĂ€hrend des ersten Treffens der ForscherInnen, die naturwissenschaftliche Methoden im Rahmen des SPP anwenden, kristallisierten sich zwei zentrale KohĂ€renzthemen heraus, welche die rĂ€umlichen und/oder zeitlichen Überlappungen der jeweiligen Projekte und rein methodische Gemeinsamkeiten ĂŒberschreiten:

KlimaĂ€nderungen. Überregionale VerĂ€nderungen von Temperatur und/oder NiederschlĂ€gen sowie deren SaisonalitĂ€t lassen sich anhand dendrologischer Analysen modellieren und werden Diskussionen ĂŒber Projektgrenzen hinweg anstoßen können. Lokale und regionale Klimaschwankungen, die z.B. mittels geochemischer Untersuchungen und Pollenanalyse abgeleitet werden, erlauben lokal und regional die Rekonstruktion von klimagesteuert verĂ€nderten Lebensbedingungen.

Anthropogene VerĂ€nderungen der Umwelt. Ihre Untersuchungenumfassen lokale bis regionale, geomorphologische und ökologische Änderungen. Landformen wie Hohlwege und Rinnen informieren ĂŒber Wege zwischen den Siedlungen und ĂŒber LandschaftsverĂ€nderung durch den Menschen. Botanische Archive informieren ĂŒber die Transformationen von Ökosystemen durch Kultivierung und Verbreitung von Nutzpflanzen, durch Landnutzung allgemein und ĂŒber Migrationen von Biota.

Diese Themenfelder greifen auf das Potenzial der vernetzten archĂ€ologischen und palĂ€owissenschaftlichen Forschungen innerhalb des SPP zurĂŒck, und gliedern sich in die ĂŒbergeordneten Ziele des SPP „Entangled Africa“ ein, das sowohl die ‚Entanglements‘ von Menschen und ihren Kulturen als auch die ‚Entanglements‘ von Ökosystemen, Landschaften und Klima umfasst. Das ‚Disentangling‘ dieser kulturellen und ökologischen ZusammenhĂ€nge erfordert einen breiten interdisziplinĂ€ren Ansatz. Hinsichtlich des Methodenspektrums stellte sich schnell heraus, dass Ă€hnliche Datentypen wie ZĂ€hl- und Messwerte, Fernerkundungsdaten usw. erzeugt und analysiert werden. Dies erleichtert den Datenaustausch und bietet die Möglichkeit, Daten in gĂ€ngigen Datenbanken zu speichern. Es wurde beschlossen, dass standortbezogene palĂ€oökologische Daten in Neotoma, einer globalen, internationalen open-access PalĂ€oökologie-Datenbank integriert werden (https://www.neotomadb.org/). Das ermöglicht, die von Neotoma angebotenen Datenexplorationstools zu nutzen und zudem Daten, die außerhalb des eigenen Projekts generiert wurden, in die Analysen einzubeziehen.

Gastgeber des zweitĂ€gigen Netzwerktreffens war das Deutsche ArchĂ€ologische Institut, Referat Naturwissenschaften, mit UnterstĂŒtzung des Programmkoordinationsprojekts. Teilgenommen haben MichĂšle Dinies (Berlin), Alexa Höhn (Frankfurt), Jacob Hardt (Berlin), Ingo Heinrich (Berlin), Philipp Hoelzmann (Berlin), Judicael Lebamba (Köln), Reinder Neef (Berlin), Lena Schimmel (Berlin), Johanna Sigl (Bonn).

Autoren: Alexa Höhn und MichÚle Dinies

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