Projekt 5 – Kultivierte Landschaften

Cultivated Landscapes (Höhn, Alexa)

Landnutzung und Kulturlandschaftsentwicklung im nordhemisphÀrischen Afrika

Projektbeschreibung

Entstehung, Verbreitung und Entwicklung der Kulturlandschaften in westafrikanischen Savannen stehen im Fokus von “Cultivated Landscapes”. Ziel ist es ein Modell zu entwickeln, das die Beziehungen aufzeigt zwischen Kulturlandschaftsentwicklung, Umweltbedingungen und Landnutzungspraktiken, und den damit verbundenen sozialen Prozessen, wie die Übernahme bestimmter Lebensweisen und Innovationen. Anhand archĂ€ologischer Holzkohlen aus FundplĂ€tzen in SchlĂŒsselregionen der archĂ€ologischen Forschung, wird das Projekt die Mensch-Umwelt–Beziehungen fĂŒr die Zeit zwischen 1000 v.Chr. und 1500 n.Chr. untersuchen. Verschiedene Hypothesen werden getestet:

(1) Kulturlandschaften entstehen mit dem Beginn der sesshaften Lebensweise,

(2) Entwicklungslinien der Kulturlandschaftsentwicklung unterscheiden sich in AbhÀngigkeit von sozio-ökonomischen Bedingungen und

(3) in AbhÀngigkeit von der Umwelt; und

(4) die verschiedenen Entwicklungslinien der Landnutzung fĂŒhren zu einem Mosaik verschiedener Kulturlandschaften in Zeit und Raum.

 

Grafik: J. Sigl; Karte © M. Schmeling.

Absichtlich gelegte BrĂ€nde, Pastoralismus und schließlich der Anbau von Kulturpflanzen formten die afrikanischen Savannen zu Kulturlandschaften. Untersuchungen zu ihrer Geschichte, insbesondere zur Bedeutung der Landnutzungspraktiken fĂŒr die Gehölzvegetation, als eine SchlĂŒsselkomponente der Landschaft, sind bisher kaum vorhanden. Lediglich fĂŒr den Sahel von Burkina Faso gibt es ein Modell der Kulturlandschaftsentwicklung: Untersuchungen archĂ€ologischer Holzkohlen im Rahmen eines interdisziplinĂ€ren Projekts zeigten, dass im Verlauf des 1. Jahrtausends n.Chr., mit der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft, Brachzeiten verringert wurden und dass in der Gehölzvegetation der Anteil an Laubfutterpflanzen mit der zunehmenden Bedeutung von Vieh ebenfalls stieg. “Cultivated Landscapes” will die Entwicklungen nun ĂŒberregional betrachten. Innerhalb von “Entangled Africa” hat das Projekt in zweifacher Hinsicht Bedeutung, denn Menschen agieren innerhalb der Landschaft, wirken aber auch auf sie ein: So ist Landschaft zum einen BĂŒhne fĂŒr die Vernetzungen zwischen den Menschen, die in diesem Raum (inter-)agieren, zum anderen ist die Landschaft aber auch verwoben mit AktivitĂ€ten dieser Akteure, die auf die Landschaft zurĂŒckwirken. Das Projekt ist deswegen einerseits angewiesen auf die Arbeiten anderer Projekte des SPP „Entangled Africa“ und kann andererseits zu deren Erkenntnisgewinn beitragen. Informationen zu sozio-ökonomischen Systemen und zu Verbindungen verschiedener Gruppen und Regionen helfen, Muster der Kulturlandschaftsentwicklung und -ausbreitung zu erkennen. Andererseits liefert das Projekt Daten zu Umwelt und dem menschlichen Einfluss auf die Vegetation.

Projektmitglieder

Foto: P. Breunig.
Dr. Alexa Höhn
Antragsstellerin/Projektleiterin

Johann Wolfgang Goethe-UniversitĂ€t Frankfurt a. M. / Institut fĂŒr ArchĂ€ologische Wissenschaften

a.hoehn@em.uni-frankfurt.de

Link:
http://araf.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/index.php/de/mitarbeiter/62

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